Oelde Live – eine lückenhafte Kneipentour

Oelde live

Schon seit etlichen Jahren gibt es ein immer wieder gut besuchtes Kneipenfestival in Oelde – „Oelde Live“ – das analog zu diversen Honky Tonks und Kneipennächten in den Nachbarstädten läuft. Bis jetzt ist es mir, bis auf einer, aber aktiven Mitwirkung, nie gelungen, an dieser vielgelobten Veranstaltung teil zu nehmen. Hier ein kleiner, leider unvollständiger Bericht zu diesem Happening.

Starten werden wir an der „Alten Post“, da dort unsere Karten hinterlegt sind. Hier, in der Kneipe, die für erstklassige Konzerte jeglicher Geschmacksrichtung über die Grenzen des Kreises bekannt ist, soll uns heute „Brothers in Arms“, eine Dire Straits Tribute Band, den Abend versüssen. „Brothers in Arms“ sind alte Bekannte in der „Alten Post“, sie haben hier schon einige reguläre Konzerte gespielt und eine dadurch erstklassige Visitenkarte hinterlegt. Kurz vor acht Uhr, wir sind bereit, aber die Band anscheinend noch nicht, also ziehen wir erst mal weiter dorthin, wo das Leben schon tobt.

Die Bühne in Erwartung der Schlacht :-)

Alle Fotos © Stefanie Heinrich und Martin Bischoff                                                       Die Bühne in Erwartung der Schlacht :-)

 

Und das ist im „Livingroom“ der Fall. Vor jetzt noch nicht gefüllten Haus spielt hier heute die Werksband der GEA Group, die „GEA Allstars“. Hat so ein bisschen was von Bayer Leverkusen … Aber die spielen richtig gut. Fünf Mann kümmern sich hier um die Musik, in der Standardbesetzung Drums, Bass, Gitarre, Keyboard und zwei mal Gesang. Zwei mal? Ja, denn der Schlagzeuger gibt einen ebenso guten Leadsänger ab. Oldies wie „Knock on Wood“ werden hier authentisch und ehrlich zum Besten gegeben.

GEA Allstars

GEA Allstars

Sänger Mal Holmes

Sänger Mal Holmes

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Weiter geht in das etwa 50 Meter entfernte „Schalander“ eine gemütliche, enge Kneipe an der Bahnhofstrasse. Wie wollen die hier eine Band unter kriegen? Ganz einfach – man nimmt einfach eine kleine Band mit nur zwei Mitgliedern, die „Magic Boogie Show“, schon passt das. Rock‘n Roll mit Kontrabass und Piano, das reicht, um eine Menge gute Laune zu verbreiten. Zuweilen bläst der Keyboarder auch noch in die Mundharmonika, so dass aus ursprünglich zwei Instrumenten schnell mehr wird. Diese zwei kommen überhaupt stilsicher rüber, im 50er Jahre Outfit und einem passenden Gefährt, das draussen auf der Strasse auf die Musiker wartet. Hier geht es auch schon ein wenig gedrängter zu als in der letzten Kneipe.

Magic Boogie Show

Magic Boogie Show

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Und wieder machen wir uns auf den langen Marsch zur nächsten Kneipe, das „Feuer und Eis“. Hier gibt es Covermusik von „Get Ahead“, die sich auch in der nicht ganz klassischen Besetzung mit Drums, Gitarre, Keyboard und Gesang präsentieren. Hier wird der Gesangspart von einer Frau getragen. Und das nicht übel! Ein typisches Programm einer Coverband erwartet uns, Oldies, gepaart mit Helene Fischer treffen auf Billy Idol und seinen Rebel Yell. Hier wird auf jeden Fall ein breites Publikumspektrum bedient. Anmerken sollte man, dass der Sound ziemlich überzeugend ist, auch wenn die Raumverhältnisse sicherlich nicht einfach zu handlen sind.

Get Ahead

Get Ahead

Der Mischer bei der Arbit

Der Mischer bei der Arbeit

Die Stimme von Get Ahead

Die Stimme von Get Ahead

Auf gehts in das „La Piazza“. Hier soll uns „Back to the Roots“ den Abend versüssen – das machen sie aber nicht, denn wir laufen gerade zur Pause auf. Pech gehabt, vielleicht später.

Dann also ins „Pulvinar“. Ist ja auch direkt nebenan. Die „Colrorados Revival Band“ spielt hier einen ihrer zahlreichen Auftritte in Oelde. Das altbekannte Programm findet auch hier seine Zuhörer, wenngleich es um diese frühe Stunde doch noch nicht wirklich voll ist.

Die Colorados

Die Colorados

Der Dorfbäcker

Der Dorfbäcker

... und der Müller

… und der Müller

So, jetzt wollen wir endlich Dire Straits Songs hören, also zurück zur „Alten Post“. Zuvor hören wir uns aber auf dem Marktplatz die Schalmeienkapelle „Rums Bums“ an, die gehörig  Dampf machen und gute Laune verbreiten.

Rums Bums

Rums Bums

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Leider ist der Cocktailbus nicht vor Ort. Der könnte uns zum nächsten Veranstaltungsort bringen, ohne dass wir unsere Schusterrappen bemühen müssten.

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Und dann hier, an der „Alten Post“ die Enttäuschung. Laden ist voll, kommt niemand mehr rein. Aber von draussen kann man ein sauber gespieltes „Sultans of Swing“ hören. Draussen werden erste Stimmen laut, die sich beschweren; drinnen ist die Luft zum Schneiden, Stefis Kamera (sie ist noch rein gekommen) ist sofort beschlagen, das Wasser läuft im Cafe die Fensterscheiben runter.

Brothers in Arms

Brothers in Arms

Da ich gesundheitlich angeschlagen bin entschliessen wir, es für heute gut sein zu lassen und schenken uns (natürlich unverzeihlicherweise) den Rest. Nicht gesehen haben wir „Lucky Star“, „Betty A. unplugged“ und “x-it live music“. Sorry!

Schon am nächsten Tag hörte ich Kritik über die Veranstaltung mit dem Tenor: „Da wo gute Musik war, da kam man nicht rein, wo man rein kam, da war die Musik schlecht!“ Das kann ich persönlich so aber nicht nachvollziehen, obwohl ich zumindest in die „Alte Post“ selbst ja auch nicht reingekommen bin. Bei über 2000 zahlenden Zuschauern, verteilt auf 9 Kneipen – das macht in etwa 220 Leute pro Kneipe – kann man sich das zumindest vorstellen. Welche Kneipe in Oelde hat denn diese Kapazität? Das Problem ergibt sich aus dem Umstand, dass halt eine gewisse Anzahl an Karten im Vorverkauf verkauft werden, ein gros aber auch an den einzelnen Abendkassen ein jeder Kneipe. Hier fehlt dann irgendwann der Überblick, wie viele Eintrittskarten tatsächlich verkauft worden sind, weil man das nicht koordinieren kann. Vielleicht sollte man am Veranstaltungsabend eine zentrale Verkaufsstelle für die Abendkarten einrichten und dann irgendwann sagen: “Tut mir leid, wir sind ausverkauft.”

Aber ein wenig Kritik möchte ich hier auch los werden: Ist es wirklich nötig, dass Bands, die sowieso schon 10 mal im Jahr in Oelde spielen auch noch für „Oelde Live“ gebucht werden? Oder sollte man nicht (hierzulande) unbekannteren Bands eine Chance geben?

Nichtsdestotrotz ein Event, an dem man unbedingt fest halten sollte!

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