“Deaf Chixx” im W-39 in Beckum

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Samstag, am 20. 6. spielten die Deaf Chixx im W-39 in Beckum. Hier mal ein Bericht dazu aus einer ganz anderen Sichtweise, nämlich aus dem Blickwinkel des Gitarristen …

17:03 Uhr, Andre kommt aus Münster und holt mich ab. Wir fahren zum Proberaum nach Keitlinghausen, nachdem wir noch meine Boxen, meinen kleinen Verstärker (den Grossen nehme ich heute nicht) und meine Gitarre in seinen Passat geladen haben. Tini, Biba und Chris sind schon da, als wir ankommen. Kabel aufrollen, in Kisten packen, Keyboards eintüten und auf gehts nach Beckum. Oli, einer der beiden Wirte, ist auch schon da, als wir um kurz vor sechs ankommen. Alle Klamotten erst mal aus dem Auto raus und in die Kneipe schleppen. Ich hasse Treppen!!!

Und dann: Warten. Erst mal muss der Biba sein Schlagzeug aufstellen. Und das dauert. Während dieser Zwangspause erscheinen dann auch Thomas und Kollo, der heute Abend für den Sound zuständig ist und bringen die PA mit, also das Mischpult und die grossen Boxen für die Front.

Biba wird so langsam fertig, und jetzt weiss ich, wo ich meinen Amp aufstellen kann. Gesagt, getan – nur klingt der auf einmal so richtig schrottig; hat er sonst nie gemacht. Was los? Ein wenig rumfummeln, neue Batterien für den Sender im gegenüber liegenden Lidl gekauft, den Fehler, der, wie schon so oft, in einem meiner Effektpedale liegt, behoben, und alles ist klar. Läuft!!

Dann Abmischen. Dank Kollo, unserem genialen Soundmenschen, geht das alles schnell von der Hand. So, und jetzt warten, dass es losgehen kann. 20:00 Uhr, und ich habe Hunger. Also auf zur nächsten Pommessbude und erst mal was essen. Nicht zu viel, weil voller Bauch spielt sich schlecht :-)                   Um 21:00 Uhr sind wir zurück und trinken einen Stichpimpuli – was auch immer das ist …

21:30 Uhr – Showtime! Es geht los mit “Saving Grace” vom Tom Petty, und eigentlich ist das Publikum von Anfang an mit voll dabei. Zwar sitzen etliche an den Tischen, was für eine Rockband ein eher ungewöhnliches Bild ist, aber die Köpfe und die Füsse zucken synchron im Rhythmus.

Wir rocken uns durch die Welt von “Kiss” bis “Chili Peppers”, bis bei dem Stück “Open Your Eyes” von den “Grano Apes” auf einmal zwei in blau gekleidete Mädels den Raum betreten. Sie gehen an Tini vorbei, mit Daumen nach oben übrigens, und sie schnappen sich einen der Wirte. Wir sind zu laut, anscheinend. Aber kein Problem, es müssen nur die Türen geschlossen bleiben, damit die Lärmemissionen nicht so stark sind. Ein paar Stücke noch, dann ist Pause. “Fallen” fällt weg, kriegt Chris heute nicht hin. Kein Ding, ist mir sogar recht. Jetzt noch “Word Up”, dann haben wir das erste Set geschafft. Das Publikum ist bis jetzt begeistert. Und für mich gibt es erst mal ein Bier.

So, weiter gehts mit dem Instrumental “Childs Anthem” von “Toto”. So langsam kommen die Leute richtig auf Touren und schwingen die Tanzbeine. Komischerweise tanzen immer nur die Frauen – nur in Oelde war es anders, da tanzte Schliepi :-). Heinrich, einer der Wirte, filmt oder fotografiert uns ausgiebig, und Oli, der andere Wirt, der kennt anscheinend alle Texte und singt ausgiebig mit. Mir wird immer wärmer, und mein Handtuch muss immer öfter herhalten. Die Luft in der Kneipe senkt ihre Sauerstoffsättigung rapide herab, aber egal, vor der “Bühne” tanzen etliche schöne Frauen, das ist es wert, etwas seiner Körperflüssigkeit zu verdunsten.

Wir nähern uns so langsam unserem letzten Stück, “Radar Love”, und da passiert es. Thomas bekommt einen Krampf im Arm, und dann ist es es vorbei mit Bass spielen, zunächst. Wir versuchen irgendwie, die Pause zu überbrücken, bis er wieder einsatzfähig ist, aber so richtig wird das nicht mehr – er muss mit dem Daumen weiterspielen und reduziert seine Virtuosität damit um Einiges. Egal, wir bringen das zu Ende, und den Leuten hat es trotzdem gefallen.

Wir entscheiden uns für nur noch eine Zugabe, die mit Feuerzeugen und Mitsingen unterstützt wird: “Hymn” vom “Barclay James Harvest”.                                                                                                     Dankeschön an alle, ihr wart toll!!                                                                                                                         Jetzt geht es ans Abbauen. Kabel aufrollen, Gitarre verpacken, Ständer zusammenschieben, PA auseinanderrupfen und alles aus der Kneipe schaffen. Wie eigentlich jedes mal stehen oder sitzen viele Leute unabsichtlich im Weg rum, die einen behindern. Alles verladen, und dann, nach einem letzten Bier, zurück zum Proberaum. Hier treffen Andre und ich noch auf Biba, der Rest der Truppe fährt direkt nach Hause. Dann nach Hause, Andre hat es noch ein wenig weiter als ich.

Und dann kommt die “Cool Down” Phase; so etwa 1 1/2 Stunden benötige ich noch, bis ich dann bettfertig bin. Halb vier gehe ich dann hoch zum Pennen, und natürlich bin ich um neun Uhr wieder wach.                                                                                                         Ach ja, der finanzielle Gewinn der ganzen Aktion lag tief im zweistelligen Bereich pro Musiker, aber ganz tief          ……            Ach nee, ich meinte Einnahmen, nicht Gewinn ;-)

Roundabout: Es war ein supertoller Abend, es macht immer wieder Spass, mit dieser Band aufzutreten, und ich liebe unser Publikum, dass immer wieder prima abgeht! Musik machen ist einfach sau geil!!

Hier ein paar Impressionen vom Abmischen vor dem Konzert: (Alle Fotos von Dirk Schneider)

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One comment

  • Respekt Martin!!!!
    Um 03:30 in Bett und den Tag danach noch so viel Power um so einen tollen Bericht zu schreiben.

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